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langeleine.de - Das Online-Journal für Hannover “Straße der Enthusiasten”-Reise 2008: Roger Trash präsentiert seine neue CD “Ferngeliebt” auf großer Deutschland-Tournee
Roger Trash ist ein Phänomen. Ob er nun mit eigenen Songs und Stories auf der Bühne steht, seine Rock’n'Roll-Hommage an das holländische Weirdo-Urgestein Hermann Brood vom Stapel lässt, sich liebevoll mitreißend dem Werk von Rio Reiser widmet, oder gar in dem Theaterstück “OstCowboy” dem “Roten Elvis” Dean Reed ein kongeniales Denkmal setzt - Eins bleibt: Roger Trash ist bei allem, was er macht, absolut authentisch und zum (Herzer-)Greifen nah.
Mit “Ferngeliebt” legt der Münsteraner Erlebnismillionär nach zwei Ausflügen in die Buch- und Prosawelt und einer “Mixed-CD” aus Songs, Collagen und Geschichten nun endlich wieder ein reines Song-Album vor. Und fast könnte man sagen: “Hey, is’ ja alles beim Alten, der Trash ist wieder da!”. Und klar, wenn wundert’s, steht ja auch Roger Trash drauf. Also ist auch “Trash” drin. Ehrensache.
Und mittendrin: Voll das Leben
Eines kann und will der sympathische Endvierziger Trash garantiert nicht verstecken, und das ist sein eigenes Leben. Und auch nicht die daraus resultierende, tief mitfühlende Empathie für die Protagonisten seiner Programme, für das Personal seiner eigenen Songs und Geschichten, seiner ganz persönlichen Erlebniswelten. Kurz: Roger Trash hat ein Herz für die Lebens- und Leidenskünstler dieser Welt. Für alle, die im tagtäglichen “Steckenbleiben” dennoch weitergehen und es trotz aller Rückschläge, Last und Unbill dennoch wagen, den Kopf zu heben und der Sonne immer wieder aufs Neue schelmisch zuzuzwinkern. Manchmal mit einem Achselzucken, manchmal mit Trauer und Wut, immer aber mit einem bestimmten “Durchhalten, jetzt erst recht!” auf den Lippen. Sicher mag das von der oberflächlichen Draufsicht ein wenig “altbacken”, ja vielleicht sogar verklärend unmodern klingen, aber Trash zeichnet etwas aus, das in unseren erfolgsbeschleunigten Kaltland-Zeiten viel zu selten vorkommt: Er trägt das Herz samt Seele und somit das “Menschsein” auf dem rechten Fleck. Und er macht bei all dem karrieredienlichen, emotionalen Versteck-Wirrwarr in unserer modernen Welt 2.0 wohltuend keinen Hehl daraus. Ganz im Gegenteil: Er pfeift auf den Trend, im wahrsten Sinne des Wortes.
Welcher Sänger traut es sich in überproduzierten und Talentcontest-bebohlten und -beplankten Zeiten ernsthaft, seine CD mit einem Pfeifkonzert als Refrain-Führung zu beginnen? Trash traut sich das. Kurz denkt man noch “Underberg-Werbung, damals 1948, ick hör Dir trapsen”, aber nix da. In dem Eröffnungs-Song “Straße der Enthusiasten” schlägt der Song-Poet mal eben mit lockerer Hand den ganz großen Befindlichkeits- und Standortbestimmungsbogen einer gesamten Generation. Und macht so nebenbei schonmal die Marschrichtung für die nächsten 15 Songs unmissverständlich klar: Musikalisch geht der Blick zurück, ohne Zorn. Zurück in eine Zeit, in der das Geschichtenerzählen und die prosaische Beobachtungsgabe einer mitreißenden Songstruktur mindestens ebenbürtig waren. Zu Songs, die Seele atmen. Und zu Songs, die sich ab und wann auch verneigen. Vor den Großen der deutschen Pop-Vergangenheit, allen vorweg vor Rio Reiser. Trashs Songs vollführen diese Verneigung gekonnt - nicht ehrfürchtig und effekthaschend, sondern sympathisch selbstbewusst im Sinne eines kollegialen “Mit-dem-Finger-an-die-Hutkrempe-Tippens” im Vorbeiziehen. Ganz so, wie es alte Bekannte machen, die um die Größe des jeweils anderen ohne Neid wissen und sich deswegen um so mehr schätzen.
Herzpilot im Prosa-Himmel
Textzeilen wie “Ich bin jetzt Privatier und Lügenbaron / Im Aquarium schwimmen Silberfische / Die sind ganz pflegeleicht / Ich bin endlich da, da wo Du mich wünschst / Da wo der Pfeffer wächst” (aus: “Wohin träumen?”) stehen denn auch ebenso ergreifend wie die genannten “Bekannten” in ihrem ganz eigenem Universum einer zeitlosen Gültigkeit. Und von dieser Gültigkeit hat “Ferngeliebt” mehr zu bieten, als der gesamte Back-Katalog aller Xavier Naidoos, Wir sind Juli Helden, Peking Motels, Mias und Ah, nett Louisans im deutschsprachigen Pop-Himmel zusammen. Inklusive neunzig Prozent der Bottropper, der Visselhöfeder und der Hamburger Schule.
Der Beispiele gibt es auf “Ferngeliebt” einfach zu viele, um sie hier einzeln aufzuführen. Genannt seien aber noch das wunderbar selbstkritische “Frühlingsrolle vorwärts”, das herzergreifend melancholische “Jena Paradies” und die Liebeserklärung “Vanessa Grandessa” in der es heißt: “Ein blinder Passagier im Laderaum des Frachters / Die große Freiheit liegt im Auge des Betrachters / Wo bist Du in all den Büchern schon gewesen? / Selbst in Büsum und hinter den Vogesen”.
Wenn es nicht schon ein Kollege der Münsterschen Zeitung vorweg genommen hätte, müsste mir jetzt eigentlich der folgende Satz eingefallen sein: “Roger Trash’s Texte geben der deutschen Popsprache die Seele zurück”. Ohne Wenn und Aber.

Paradox, Art Exchange
“Was haben Roger Trash und Dieter Bohlen gemeinsam ?
Beide sind - mehr oder weniger - Rock-Musiker. Beiden liegen nach eigener Darstellung die Frauen zu Füßen. Beiden haben literarische Ambitionen. Und was sind die Unterschiede ? Dass Dieter kurze Haare hat und Roger lange, ist nur die oberflächlichste Abweichung. Eine der augenfälligsten aber ist: Dieter Bohlen kann nicht singen - Roger Trash dagegen hat Stimme. Eine Stimme, die auch am zweiten Weihnachtsfeiertag so dunkel und verraucht klingt, dass man dem münsterischen Rock’n Roller fast jede seiner Geschichten aus diversen Kneipen abnimmt, die er in der Gorilla-Bar zum Besten gibt. Bewaffnet mit Gitarre, Keyboard und Mundharmonika gibt der untergrunderfahrene Lokalmatador Einblicke in sein Leben zwischen leeren Pizza-Kartons und vollen Aschenbechern - trostlos ist das Trashland, will der Mann dem Publikum augenzwinkernd weismachen.
Keine Witzchen will er reißen, kündigt er anfangs an, stattdessen die Drohung: “Alles, was 2002 schief gelaufen ist, soll 2003 so bleiben.” Die Gäste kommen bei dieser erfrischend coolen Revue trotzdem auf ihre Kosten - auch wenn die Pointen nicht knüppeldick kommen, sondern häufig beiläufig um die Ecke schleichen. Eingestreut sind aberwitzige Geschichten mit “Dschäi Dabbelju Möllemann” in Spanien und ernstere Songs von Trash-Vorbild Herman Brood.
Die meisten der originellen Texte des Rock-Poeten aber, die er mit lakonisch-gekonntem Tonfall vorträgt, fangen irgendwo an - zum Beispiel beim Kochen oder beim politischen Aktivismus der 70er Jahre - und enden allesamt mit dem einen.
Womit wir wieder bei Dieter Bohlen wären. Dessen Geschichte über das “Teppich-Luder” trägt Trash nämlich gnadenlos in voller Länge und weitgehend unkommentiert vor - weil er eine Wette verloren habe. Die Realsatire kann für sich alleine stehen. Nur dass Bohlen sich selbst Rock’n Roller nennt, darüber spottet Trash natürlich. Und das ist wohl auch der größte Unterschied zwischen den beiden.” Jens Rademacher

Neue Osnabrücker Zeitung
Seit den 70er Jahren ist Roger Trash im Rock-Geschäft unterwegs und kann aus dem Vollen schöpfen. Ob als Bassist der Band "Bröselmaschine", Chef seiner eigenen Band "Wild Lovers" oder als Buchautor - kaum jemand hat so viel erlebt wie Roger Trash und ist willig und bereit, darüber Auskunft zu geben. "Rock 'n' Roll war lange Zeit der Soundtrack meines Lebens. Irgendwann Mitte der 90er ging es aber nicht mehr, und ich musste schauen, dass ich alleine weitermache. Das Schreiben lag nahe, und seitdem arbeite ich mit Wort, Text und meiner Stimme. Die Gitarre bleibt aber mein treuer Begleiter", erzählt Trash, der mittlerweile auch mit einer Rio-Reiser-Songrevue, als Rezitator einer Johnny Cash Memorial Show und als Hörspielsprecher aktiv ist.

Minimal Trash Art
Der Mann aus Münster hat ebenso viel Rock'n'Roll-Street-Credibility wie lange Haare, deswegen denkt er aber noch lange nicht daran, das Reflektieren einzustellen und bringt erhellende Geschichten über sein Dasein zu Papier. Die Mischung aus singender Poet/denkender Rocker spiegelt sich auch in Trashs Musik wider, die von zähen Erinnerungen an verflossenes Rebellentum handelt, vielleicht nostalgisch klingt, aber nie wehleidig. Alben wie "Spät geworden gestern" (Hobby Deluxe) zeugen von der Sprengkraft dieses Schlafzimmer-Stylers. Seine beiden Erzählbände "Traumjob" und "Der Erlebnismillionär" sind nicht nur anrührend, sondern auch zum Schreien komisch. Wer sich eine literarische Schnittmenge aus Kinky Friedman, Henry Miller und Sibylle Berg vorstellen kann und weiß, dass Roger Trash privat gerne Van Morrison und Radiohead hört, wird diesem Original Schrägen Vogel eine Chance geben.

Klaus Fiehe, Moderator und DJ, WDR-Radio Eins Live "Kultkomplex" und "Raum und Zeit"
"Hier wird Bilanz gezogen. Zugegeben, dass ist kein angenehmer Job. Aber einer muss ihn ja erledigen. Kein Zweifel, dafür ist Roger Trash genau der Richtige."

Ernst Hofacker, Musikexpress
"Klarer Fall, der Mann ist von bösen Dämonen geplagt und verdient unsere Sympathie".

Jörg Gierse, Westfälische Nachrichten
"Hier ist ein Held, dem man auch mal ein Bier ausgeben darf".

Kulturladen, Konstanz Nach über 600 Konzerten und 3 englischsrachigen Alben erscheint Anfang 1997 die erste deutschsprachige CD Rohstoff.
Man ist begeistert von den Geschichten, die er zu erzählen hat.
Nicht von ungefähr landet sein "KNEIPENSTAR" auf der Sony-Compilation BEST OF DEUTSCHE COMEDY, wo sich TRASH neben Rüdiger Hoffmann und Ingo Appelt behauptet.
Sein Debut-Roman TRAUMJOB erschein im Juli 98 und ist innerhalb weniger Wochen ausverkauft.
In diesem Jahr ist TRASH mit seinem aktuellen SOLO-Programm "Der Erlebnismillionär", Kurzgeschichten, Songs und Gedichten zur E-Gitarre in über 100 Städten live zu erleben.

Interview mit dem Journalisten Volly Tanner (01.10.06)
1. Das Reisen ist schon ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Du gehörst eben zum fahrenden Volk. Was ist denn ein Geschichtenerzähler und Songschreiber ohne Publikum ?
Aber ich übertreibe es nicht, obwohl die Zeiten meist schlimmer sind, an denen ich nicht unterwegs bin. Manchmal ist es ein Fluch, du redest dir Neugierde und Abenteuerlust ein. Fremde Orte, fremde Menschen, du hockst im ICE , lässt die Landschaften an dir vorbeirasen und schreibst Gedichte, dann stehst du in überfüllten Zügen mitten unter Soldaten, die bescheuerte Lieder grölen.
Dann brauchst du wieder das Geld. Ich habe ja leider völlig vergessen, einen Hit zu schreiben. Aber hier liegen noch über 200 Lieder in der Schublade, vielleicht ist einer dabei, das soll mein Sohn entscheiden, der hat da eher einen Riecher für. Eigentlich spiele ich zu wenig, wenn ich dem Kontoauszugsdrucker glauben soll. Vielleicht 70 - 100 Shows im Jahr, klingt viel, wenn ich sage, ich habe 2.500 Konzerte gespielt, das sind nur Zahlen. aber es reicht nicht aus, um ein sorgenfreies Leben zu führen. Andererseits bin ich zum verhungern zu wohlhabend, haha! Ich kann mich eben auf keinem Erfolg ausruhen, vielleicht macht genau das mein Leben spannend und hält mich in Bewegung.
Schreiben und komponieren erfordert Konzentration und Ruhe, ich habe immer noch zuviel Hummeln im Hintern, das wird leider mit dem Alter nicht besser.
Für mich liegt in der Ruhe oft Irritation. Sinnkrisen, ich sehe den riesigen Stapel von Zetteln mit halbgaren Ideen, Gedichte, Lieder, der ganze brodelnde Nonsens der Selbstinszenierung. Dann fehlt mir die Regie, vor allem, seit Label, Verlage und Management sich von meiner Arbeit verabschiedet haben und ich mir selber ein Netzwerk aufbauen musste, um durchzukommen..
Du segelst durch viele Zeiten, 1977 bin ich auf die Bühne gekrochen, schon ein ganzes Stück Zeit und Leben. Also, das Unterwegssein ist wichtig und für mich ist es halt schöner, erlebnisreicher und wertvoller geworden.

2. Die Zeiten sind vorbei, wo ich auf Tournee gehe, um ein Produkt zu bewerben.
Der Erlebnismillionär kommt, macht, lacht, liest, singt und trinkt. Ich vertraue meiner Stimme und meiner Intuition. Meine Bücher sind leider ausverkauft, aber meine letzte CD `spät geworden gestern` kann ich empfehlen. Im `noch besser leben` werde ich also Songs und Gedichte vortragen und ein paar Anekdoten zum Besten geben vom Erlebnismillionär. Vielleicht singe ich auch ein paar Johnny Cash Songs. Oder etwas von Trio. Die Interpretation ist wichtig. Ich liebe das Leben und kenne den Geruch des Scheiterns. Ich habe versucht, dieses ´live fast, love hard & die young`- Ding durchzuziehen. Aber ich bin einfach nicht gestorben. Dann musst du schauen, wo du bleibst im Kulturzirkus, ohne Sonnenbrille, Lederklamotten und Ehefrau mit Festanstellung. Ich bin kein Literat, kein Schöngeist, kein Intellektueller. Ich kenne das Geheimnis des 4. Akkordes. Ich beobachte die Menschen. Die Idole sind längst vom Sockel gestoßen, auch wenn ich momentan mit einer Rio Reiser Songrevue auf Tournee bin. Großartige Kompositionen, auch seine Texte haben noch Strahlkraft. Davon kann man sich übrigens am 20.10.06 im `Flowerpower` überzeugen.
Ansonsten schreibe ich momentan ein Theaterstück über den roten Elvis DEAN REED. Spannender Stoff, auch für einen Wessi. Danke für die Fördergelder. Im April ist Premiere und ich werde auch den Dean spielen. Neuland für mich.
Viel Arbeit, ich muss mich durch Karl Marx und Karl May lesen und Lieder singen, um die ich bislang einen Bogen gemacht habe. Ich hoffe, das Stück wird auch in Leipzig aufgeführt, sie verhandeln gerade. Du wirst es ja erfahren.